|
| Reise- und Outdoorberichte |
|
|
 |


Reisebericht Diego & Daniel
Mit dem Velo auf dem Weg von Vancouver nach Mexico entlang der Westkueste
PROLOG: Mit dem Velo von Kanada nach Mexiko. Auf die Idee eine solch weite Reise zu machen, kommt man
warscheinlich aus nur wenigen Gruenden. Ein neues, unbekanntes Land voll und ganz zu erleben, aus finanziellen
Gruenden, weil man so sehr lange und guenstig reisen kann oder einfach weil man etwas tun will, was die wenigsten
einmal in ihrem Leben machen.
Bei Uns ist der Grund fuer diese Reise, einerseits eine sportliche Leistung zu erzielen
indem wir jeden Tag, neben andern sportlichen Aktivitaeten, vielleicht 90km mit dem Velo zurueckzulegen. Andererseits
spielen die andersartigen Kulturen oder die Natur welche man in einem solch riesigen Land erleben kann eine
entscheidende Rolle. Seien es die wilden Tiere wie es sie bei uns nicht mehr gibt oder einfach die weiten und beinahe
noch wilden Landschaftsgebiete. Wir wollen die Zeit auch nutzen um uns Praktiken anzueignen, welche uns im spaeteren
Leben von Nutzen sein werden. Sei es indem wir schwierige Situationen mit der Technik am Velo meistern, mit der
Optimierung der Ausruestung oder einfach mit der Ungewissheit wo der Weg weitergeht. Neben Sport und solchen
allgemeinen Erfahrungen, moechten wir die uebrige Zeit dafuer nutzen um etwas zu lesen was uns interessiert oder
einfach die lokale Gesellschaft in einer Bar geniessen.
Unsere vorgaengige Planung umfasste einerseits die beschaffung
des Visas, zur Einreise in die USA fuer Maximal 6 Monate, die Buchung des Fluges nach Vancouver und die Heimreise von
Los Angeles. Andererseits, die beschaffung des umfaenglichen Equipments ausser den Velos, die wir in Vancouver als
erstes besorgen muessen und eine grobe Planung der Route.
Der Grund warum gerade wir, Daniel und Diego, diese Reise
zusammen machen hat einfache Hintergedanken.
Wir sind beide auf aehnlichem sportlichem Niveau, so dass wir
miteinander mithalten koennen, was mit Sicherheit sehr wichtig ist. Wir sind auch aehnlich im Gedanken mit Natur,
Einfachheit und Willen.
Entscheidend ist auch unser Interesse eine fremde (Sub)Kultur kennenzulernen. Aus welchen
Vorurteilen oder Gruenden auch immer spielt keine Rolle.
Am wichtigsten aber ist, dass wir uns von frueher Kindheit an
kennen und so sehr gut fuer einander vor und nachgeben koennen.
Die Reise sollte uns einen ueberblick der Westkueste Amerikas geben, um uns in spaeteren Jahren eine Idee zu geben,
welche Stadte oder Teile man nocheinmal und vorallem
genauer geniessen und erleben moechte.Dies ist unsere erste Reise in diesem Umfang und gilt als Hauptprobe fuer
allfaellige weitere Touren und Reisen die wir im Kopf haben.
Unsere Route:
Größere Kartenansicht
* * *
UPDATE 14.07.2011 - Part 1 - Start
07.07.2011 - Wir hatten ueberhaupt keine Probleme mit unserem Equipment durch den Zoll zu kommen.
Die anschliessende Suche nach den Bikes gestaltete sich ein wenig schwieriger.
Nach etlichen Stunden und Bike Stores haben wir im letzten Bike Shop endlich unsere beiden Rocky Mountain Bikes gefunden.
Somit konnte die Reise losgehen.
09.07.2011 - In Vancouver startete der erste Part unserer Reise Richtung Seattle mit 370 km.
Die Strassen waren elend lange und das Fahren neben den Trucks und vielen Autos war anfangs ungewohnt.
Die Strassenkarten sind sehr schlecht fuer Velofahrer, die Bikerouten findet man nur mit Hilfe von Einheimischen.
Durch die schlechte Signalisierung gelang es uns sogar einmal auf dem Freeway (Autobahn) einige Kilometer zu duesen.
Wir haben es allerdings gerade noch geschafft, der Polizei zu entkommen.
Bis jetzt fanden sich kaum Campingplaetze, wir hoffen das wird sich im naechsten Part aendern.
Alles in allem ist die Strecke Vancouver - Seattle mit dem Velo nicht zu empfehlen. Es ist relativ langweilig nur dem Highway zu folgen.
Jedes mal wenn man auf dem richtigen Weg zu sein scheint, scheitert man an einer Kreuzung mit mangelnder Signifikation.
Mit dem Material welches wir waehrend unseren Vorbereitungen besorgt haben, sind wir sehr zufrieden.
Speziell in den ersten Tagen waren wir sehr froh um den 119l Ortlieb Trockenrucksack,
welcher uns den Transport der gesamten Ware sehr erleichterte.
Der Part 2 besteht aus dem Olympic National Park, ca. 300 Meilen. Wir melden uns in einigen Tagen (oder Wochen wieder).
Bilder werden spaeter folgen. Im Zeitalter des Wifi laesst sich kaum mehr ein Internet Cafe finden.
Da wir uns Anfangs der Reise entschieden haben die ganze Tour Oldschool zu bestreiten ist das sehr muesam!
UPDATE 01.08.2011 - Part 2 - Olympic National Park
Raus aus der Stadt Seattle und rein in den Olympic National Park der sich immer noch im Staat Washington befindet. Via
Autofaehre fuhren wir nach Bainbridge Island um dort den zweiten Teil unserer Reise zu beginnen.
Anhand unserer Karten sollten im Olympic National Park einige Interessante Bike Trails auf uns warten.
So war es auch, nur, dass sich nach einigen Stunden Fahrt im Wald die single Trails ploetzlich trennten oder gar nicht weiter fuehrten!


Einer der wenigen und schoenen BikeTrails in Washington
Zu unserem grossen Entsetzen mussten wir jeweils zurueckfahren oder uns für einen Weg entscheiden um dann sicherlich nicht am gewollten
Ziel anzukommen.Trotz den kalten und regnerischen Tagen die wir dort erlebten ist der Park fuer jenige zu empfehlen,
die gerne zu Fuss Wandern / Trekken und die Atmosphaere im Regenwald mit den schoenen Seen geniessen wollen.
Uebernachtet haben wir jeweils in den State Parks, diese bieten in diesem Gebiet meist Toiletten und Trinkwasser fuer
ca. 17 Dollar die Nacht.
Um auf das Velofahren im Park zurueck zu kommen.., da uns die Bike Trails meist ins nirgendwo
katapultiert haben, entschieden wir uns schlussendlich fuer den Highway 101 richtung Sueden.
Wir passierten die Hafenstadt Port Angeles und haben unter anderem in einem Park am Lake Cresent uebernachtet.
Das lohnte sich auf jeden Fall, da der See eine Perle ist. Von einheimischen, freundlichen Leuten haben wir auch einige Gruselgeschichten ueber
den See gehoert. Nach einigen Tagen im Nebel und Regen kamen wir dann beim HoH Indian Reservation endlich ans Meer.
Es war das erste Mal, dass wir unbegrenzten Blick auf den Pazifik hatten. Auch die Sonne tat nach diesen Tagen sehr gut.
In Kalaloch, wo es dann in der Nacht auch wieder regnete, haben wir dann uebernachtet.


Unbegrenzter Blick auf die Westkueste
Wir versuchten noch anhand einer Detailkarte einen Weg durch das Quinault Indian Reservation zu finden.
Dieser Versuch endete aber nach 12km in einer Sackgasse. Vorsicht also mit diesen elenden Trails und Pfaden.


Gemuetliches Beisammensein in einem der vielen State Parks
Da der Olympic National Park ausser Erfahrungen nicht viel fuer uns uebrig hatte, fuhren wir am naechsten Tag 130km nach Aberdeen.
Eine Stadt mit einem schoeneren Pendant in Schottland.


Der permanente Widerspruch zur schoenen Natur
Nach einer Nacht um alles Equipment zu trocknen, fuhren wir Richtung Grayland. So waren wir wieder einige
Kilometer auf einer weniger befahreneren Strasse. Dies war ein wunderschoener Abstecher und wir fanden in der Naehe von
Grayland auch eine sehr sympathische Uebernachtungsmoeglichkeit, da unser eigentliches Ziel, der State Park Grayland
voll war. Nach der kleinstadt Raymond kam mal wieder eine Runde gar nichts. Wir zogen also die Fahrt bis zur ueber
sechs Kilometer langen Astoria Bridge durch. Da bot sich uns ein nicht allzu wuester Anblick. Wir ueberquerten die
Bruecke und zeitgleich auch die Grenze zum Staat Oregon.
Trotz einigen nassen und frustrierenden aber auch erleichternden und schoenen Erfahrungen ist eines einmal mehr zu erwaehnen;
Die Autofahrer waren zu jeder Zeit sehr,sehr ruecksichtsvoll und die Menschen sehr hilfsbereit.
UPDATE 17.08.2011 - Part 3 - Astoria – San Francisco
25.07.2011 - Nach einer Nacht in der Hafenstadt Astoria fuhren wir weiter auf dem Highway 101 Richtung Seaside und Cannon Beach.
Diese zwei kleinen aber lebhaften und schoenen Staedtchen sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Spziell ist dabei Cannon Beach
mit seinen vielen und freundlich aussehenden Cafe's und Pubs zu erwaehnen.
Weiter gings am gleichen Tag Richtung Manzanita. Neben diversen anstrengenden Huegel die es zu ueberwinden gab, bekam man auch die Gelegenheit malerische
Aussichten zu geniessen.


Aussicht von einem der doch recht hohen Huegel an der Kueste Oregons.
26.07.2011 - Am naechsten Tag war das Wetter einmal mehr neblig und grau. Wir haben uns auf einem in vielen Karten nicht
verzeichneten Campsite in Barview, gleich nach Rockaway Beach, niedergelassen. Im Allgemeinen haben wir als Biker auf
praktisch allen Campsites platz gefunden. Trotz Hochsaison und ohne Reservation. Nebenbei sind in den Oregon state
parks die Preise fuer Biker/Hiker einheitlich bei 5 Dollar/Nacht und Person. Was nicht besonders viel ist und Dusche
ist auch noch inbegriffen.
Am naechsten Tag ging es weiter mit dem spontanen Ziel Lincoln City oder Newport. Auf
unserem Weg fuhren wir durch Tillamook wo die beruehmten Tillamook cheeses und Ice Cream hergestellt werden. Man kann
auch die Fabrik mit allem drum und dran besuchen. Lohnt sich auf jeden fall.
Weiter gings wiedermal etwas abseits vom
101 nach Pacific City was auch ein schoenes Staedtchen mit sommerlicher, mediteraner Athmosphaere ist. Lincoln City war
nichts besonderes also zogen wir durch nach Newport wo wir einen guten state park in South Beach(etwas suedlich von
Newport) fanden. Dort verweilten wir drei Naechte. In Newport findet man auch alles was man braucht. Von Waschsalons
ueber Laeden aller Art, Irish Pubs und sogar einem schoenen Kino.
In einer der drei Naechte in diesem state park wurden
wir, beziehungsweise unser Essen, von einem hungrigen Waschbaeren heimgesucht. Das hat uns aber nicht weiter gestoert.
Wir haben dem lieben Tier das gegoent.
Um dies im allgemeinen zu verhindern, sollte man Esswaren immer ausserhalb des
Zeltes in einen Baum haengen oder es in dafuer vorgesehene Schraenke auf den Campingplaetzen verstauen. Vorallem in
Gebieten wo dann groessere Tiere heimisch sind!
30.07.2011 - Wie bis anhin ohne Komplikationen ging es weiter Richtung
Florence, Bandon und Brookings. In der Naehe von Florence ist der Honeyman state park zu empfehlen. Zu sehen gibt es
riesige Sandduenen und sehr warme Seen zum baden.
Weiter entlang der Kueste in bereits bekanntem Ambiente und in
gewohntem rauf und runter Takt hatten wir dann am 1. Aug 2011 unseren ersten Platten.


Unsere erste Panne an einem Vormittag irgendwo auf dem Highway.
Das war kein Problem aber...
es gibt da eine Theorie, dass auf einen Platten immer noch andere folgen...


In Gesellschaft mit andern Biker auf aehnlichem Weg im Humbug Mountain state park
zwischen Bandon und Brookings am 1. Aug 2011
UPDATE 01.11.2011 - Part 3
02.08.2011 - Kurz vor Brookings übernachteten wir im schönen Harris Beach State Park.
Von da aus kann man auch Brookings selbst auf kurzem Weg besuchen.
Anschliessend haben wir auf einsamer Strecke die Grenze zu Kalifornien überquert.
Am Abend haben wir, in unserer tatsächlich immer noch anhaltenden Platten-Misere, Cresent City erreicht.
Wir haben uns da mit neuen Schläuchen eingedeckt, welche sich aber später als qualitativ schlecht erwiesen!
Cresent City ist im Allgemeinen nicht für Biker geeignet, da es einen eher minderwertigen und im Verhältnis teuren Campingplatz hat.
Der steht darüber hinaus noch mitten in der Stadt.
Weiter ging es auf langen Strassen und nebliger Stimmung Richtung Klamath. Ein Dorf benannt nach einem Fluss der dort hindurch fliesst.
Als wir in Klamath ankamen hatten die Stadt und der Fluss gerade ihren Sehenswert Status bekommen.
Ein Grauwal hatte sich in der Flussmündung einquartiert und schwamm seit einigen Tagen permanent im Kreis.
Wie lange genau wusste niemand. Von fünf Tagen bis drei Monate hörte man alles.
Man konnte das arme Tier gut beobachten, deswegen der temporäre Status Upgrade.
Kurz nach Klamath erreichten wir die Weltbekannten Redwoods.
Ein leider nur noch relativ kleines Waldgebiet, welches die höchsten Bäume der Welt beherbergt und ein National Park ist.
Man kann auch da schöne Wanderungen unternehmen und durch gewaltige Bäume hindurch laufen! Es hat ein Touristenzentrum mit Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel oder Campingbereich. Auch für Hikker / Biker gibt es Platz. Dieses Gebiet mit dem Velo zu durchqueren, war wieder einmal ein wunderschöner Abschnitt auf unserer Westküsten – Tour.


Während der Fahrt durch den Redwood N.P. mit einem kanadischen Bikerkollegen (vorne)
Trotzdem hatten wir immer noch einen Platten nach dem anderen. Der Grund dafür waren die Pneus. Sie hatten zu spitzen Zeiten zehn bis fünfzehn Löcher auf Grund der vielen Scherben auf der Ganzen Strecke sowie Nägel und kantigem Kiesschotter.
Aus diesem Grund haben wir in Arcata kurz vor Eureka neue Pneus der Marke “Schwalbe Marathon” mit Kevlarbeschichtung erworben. Diese Pneus haben uns dann ohne Zwischenfälle bis ans Endziel gebracht.
In Eureka gibt es ausser einer Vielfalt an Obdachlosen und ein paar Strassenkünstlern nichts Besonders zu sehen. Oder nein, Nebel gibt es auch noch… Die Stadt ist benannt nach dem Staatsmotto der Kalifornier und heisst soviel wie, “Ich habe gefunden”.


If you’re going to San Francisco… musst du einen langen Weg zurücklegen!
07.08.2011 - Wie auch immer, nach Eureka sind wir in Richtung Humboldt Redwood State Park gefahren. Auch dies war ein grosses und anmutiges Waldgebiet welches wir mit der Rarität Rückenwind und nicht allzu starker Sinusbewegung der Strasse schnell durchquerten (in wenigen Stunden).
Im “Richardson Grove State Park” am Ende dieses Waldes haben wir dann eine angenehme Übernachtungsmöglichkeit gefunden.
Nach diesem State Park rüsteten wir uns für die grösste Höhendifferenz unserer Tour (650 Meter), nämlich die Strasse nach Legget. Dies war ein langer Weg in atemberaubend, schöner Kulisse. Wälder, Wüsten und Flüsse mit Bademöglichkeiten wechselten sich ab.


Eine Landschaft die zum erholen und Flüsse die zum baden einladen auf dem Weg nach Legget.
Trotz schöner Landschaft muss man während der Fahrt nach Legget gut auf die überholenden
Autos acht geben. Denn in den engen Kurven kann es von Zeit zu Zeit zu krassen Engpässen kommen. Legget war auf unserer Tour für den Beginn der berühmten “Route 1” bekannt, welche uns von vielen Einheimischen(Autofahrern!) und Anderen empfohlen wurde. Sie sollte sozusagen den Traum vom Velofahren Realität werden lassen. Na ja, wir erreichten dann Legget und die “Route 1” und fuhren, nicht wirklich überrascht, in erneutem rauf-runter Takt weiter Richtung San Francisco. Es steht ausser Frage, dass die “Route 1” durch ein wunderbares Westküstengebiet führt. Wenn auch durch anhaltend nebliges Terrain. An dieser Strasse liegt auch das weltberühmte Mendocino. Die Westküstenstadt der Künstler, wo jährlich ein Kunstfest stattfindet und über welche Michael Holmes ein gleichnamiges Lied gesungen hatte.
Unter Anderen haben wir im Mac Kericher State Park übernachtet. Auch da war es günstig, freundlich und gut.


Beginn der Route 1 Richtung Süden
Weiter auf dem Weg Richtung Süden übernachteten wir noch in Anchor Bay auf einem privaten Campingplatz in einer schönen Bucht, welche sich am Abend in ein Paradies verwandelte. Dieser nahm in der Regel nur Motorisierte Fahrzeuge und das für einen natürlich höheren Preis. Dennoch haben wir da wie auch an einigen anderen Orten die Erfahrung gemacht, dass die Manager der Campingplätze uns freundlicher Weise viel günstiger einen Platz anboten, weil wir mit dem Velo unterwegs waren.


Ein häufiger Anblick an der Küste Kaliforniens.
Weiter war es kurz vor San Francisco im Bereich Jenner und Salmon Creek wieder extrem Hügelig. Zusammen mit Nebel und Kurven erinnerte die Landschaft an den Gotthard – Pass.
Nach durchqueren des überraschend grossen Vorstadtgebietes, erreichten wir nun endlich eines unserer Hauptziele, San Francisco Symbolstadt der Hippies.


Vor der Überquerung der Golden Gate Bridge in die Stadt San Francisco.
Im Allgemeinen darf man erwähnen, dass die Vorstädte in den grossen Städten gewaltig und extrem langgezogen sind. Mit den häufig ungenauen Auto – Strassenkarten ist es nicht immer einfach den Weg zu finden.
Deswegen sind Bikeführer des jeweiligen Gebietes zu empfehlen. Zumindest für solche die es nicht auf den Zufall ankommen lassen wollen.
17.08.2011 - Nach unserer längeren Pause in San Francisco machten wir uns auf den Weg Richtung Santa Cruz, eine kleine, idyllische Stadt die durch ihre Kleider-, Snowboard- und Velo Marke sehr bekannt ist. Bevor wir allerdings Santa Cruz und den schönen New Brighton State Beach erreichten, kämpften wir uns einige mühsame Stunden aus der Stadt San Francisco und dem nahe gelegenen San Jose! Kaum war diese Hürde gemeistert wurden wir durch eine spezielle Panne wieder für einige Stunden aufgehalten. An einem der Velos sind 3 Speichen auf einmal kaputt gegangen. Die Folge daraus war eine extreme Verformung der Felge, welche eine Weiterfahrt verunmöglichte. Nach langem Autostöpplen konnten wir das defekte Velo in das 30 Meilen entfernte Santa Cruz zum reparieren bringen. Diego hat die Strecke alleine weitergeführt mit dem Ziel mich irgendwann im New Brighton State Park zu treffen. Man findet in Santa Cruz sehr viele Velo Shops, so war es kein Problem die Deformierte Felge zu reparieren und die Speichen zu ersetzen.
Der New Brighton State Beach ist sehr zu empfehlen, auch für mehrere Tage. Er liegt ca. 5 Km vom täglichen geschehen in Santa Cruz weg und ist somit ideal gelegen.
Die nächsten Tage entlang der Route 1 führten uns an Monterey und dem dortigen Veterans Memorial State Park, welcher auch von Veteranen geleitet und unterhalten wird vorbei. Dieser liegt auf einem kleinen Hügel oberhalb Monterey. Monterey selber ist eine eher gehobene Stadt mit teuren Hotels und einer jeweils jährlich stattfindenden Auto-Oldtimer Auktion, welche gerade zu diesem Zeitpunkt als wir dort waren stattfand. Es gibt dort die bekannte 17 Mile Drive Panoramastrasse, sie führt entlang der Küste, bietet einen Blick in die High Society von Monterey und führt einem schlussendlich über Carmel aus der Stadt hinaus. Der 17 Mile Drive ist für Velofahrer erfreulicherweise kostenlos und von unserer Seite den Umweg auf jeden Fall wert!
Weiter südlich haben wir uns dann im grossen Pfeiffer Big Sur State Park niedergelassen. Es gab viele Touristen dort, dies wahrscheinlich aus dem Grund der Hotsprings (warme Wasserquellen), die man von diesem Punkt mit einer Eintages-Wanderung erreichen kann. Die Landschaft rundherum ist faszinierend und der Campground für die Biker und Hiker war sagenhaft mit viel Platz und Wasserleitung direkt neben den Tischen und Bänken.
Auf der langen und unspektakulären weiterfahrt Richtung Santa Maria kamen wir doch noch zu einem schönen Erlebnis in der nähe von San Simeon. Dort konnten wir in der Abenddämmerung den See-Elefanten, den grössten Robben der Welt, bei ihrem Treiben zuschauen. Vor Santa Maria trifft man auf Kilometer lange Artischocken- aber auch andere Gemüse- und Früchte Plantagen. Der Geruch dieser Plantagen war teilweise sehr angenehm, konnte aber auch sehr nervend werden wenn man mit dem Velo ständig diesen vielseitigen Gerüchen ausgesetzt war. Im Allgemeinen war es um Santa Maria und Lompoc eher Trocken und Wüstenartig.


See-Elefanten
Die Strecke von Santa Maria nach Gaviota fand einige Meilen weg von der Küste, im Landesinneren statt. Somit hatten wir nach sehr vielen tagen Nebel und Kälte wieder wunderschönes und warmes Wetter. In Gaviota selber gab es die Möglichkeit, im Gaviota State Beach, zu übernachten. Wir haben uns aber entschieden, einige Meilen weiter zu fahren, das Wetter auf dem Velo zu geniessen um schliesslich im Refugio State Beach unser Zelt zu stellen. Dort hatten wir die Möglichkeit unser Zelt direkt unter Palmen und 20 Meter vom Meer entfernt zu stellen.
Die meisten State Parks und Beachs bieten ein Abendprogramm an, wo Kinder wie auch Erwachsene über die Tiere und Umwelt in der Nähe vieles erfahren können. Dort bot sich uns auch die Gelegenheit mit einem Ranger ein längeres und sehr Inforeiches Gespräch zu führen.
In Santa Barbara haben wir uns einige Stunden umgeschaut. Diese grosse Stadt strahlte für uns eine sehr gemütliche Atmosphäre aus. Mit dem Velo fährt man entlang einer wunderschönen Promenade, umgeben von Palmen. Unter den vielen Touristen die sich dort entweder zu Fuss oder mit Velo aufhalten, sieht man auch sehr viele Obdachlose unter den Palmen liegen. Der Veloweg führt einem dann zum Carpinteria State Beach, auch dieser wieder ein sehr schöner Uebernachtungsort! Für Hiker und Biker ist es leider nicht möglich, länger als eine Nacht dort zu verbringen. Dies liegt daran, dass die Campingplätze oftmals von Obdachlosen besetzt wurden und keine Plätze mehr für uns Touristen frei waren. Mit dem Gesetz, dass man nur eine Nacht dort verbringen darf und dann für mindestens 7 Tage nicht mehr zurückkommen darf, haben die Ranger dieses Problem gelöst.


Einfahrt nach Malibu.
Mit voller Vorfreude, endlich Malibu zu sehen ging es dann die nächsten Tage wie gewohnt weiter. Nach einer Übernachtung im Leo Cabrillo State Park, einem grossen Park inklusive einem kleinen Esswaren Geschäft, kurz vor Malibu hatten wir es dann nach Malibu geschafft! Die Strecke von der Welcome to Malibu Tafel bis zum Kern Malibus zieht sich über eine sehr lange Strecke. Da unsere Erwartungen an Malibu und den, aus dem Film Baywatch bekannten Stränden, sehr hoch waren, wurden wir sichtlich enttäuscht. Die Hauptstrassen entlang den Stränden und den Villen sind überfüllt mit Autos. Die Gigantischen Strandhäuser, wie man sie von vielen Hollywood Filmen kennt, sieht man leider nur von hinten. Der Strandweg von Malibu bis nach LA allerdings hat es auf jeden Fall in sich. Oftmals war der Velo und Fussweg gut betoniert und umgeben vom Sandstrand. Die Fahrt auf diesen wegen war allerdings oftmals nicht sehr gemütlich, weil sie wie schon erwähnt von den Touristen ueberfüllt ist.
28.8.2011 - Unsere Tour neigte sich in der Umgebung von LA langsam dem Ende zu.
Die Strecke bis San Diego startet mit einer langen, ca. 70km, fahrt durch das Stadtgebiet von LA. Das fahren entlang der Küste war nicht möglich, also haben wir uns mittels Kompass und Ortsschildern aus der Stadt und den angrenzenden Vorstädten LA`s durch navigiert. Hat man dieses lange Stück gemeistert, kann man auf dem Freeway 5 Richtung Süden mehr oder weniger der Küste entlang radeln. Auch diese Strasse wird von vielen Fahrzeugen genutzt, was das Fahrradfahren mit den zum Teil doch kleinen Pannenstreifen gefährlich macht.
Vor San Diego fährt man mit dem Velo an ein Areal der US Marine Corps. Um dieses Gebiet namens Camp Pendelton durchqueren zu können, umso weiter in den Süden zu kommen, mussten wir unsere Reisedokumente zur Kontrolle einem Wachmann abgeben. Nach einigen Minuten Diskussion und ernsten Blicken auf unser komplettes Equipment, konnten wir das Areal betreten und unsere Weiterfahrt in angriff nehmen.
Wir entschieden uns frühzeitig, San Diego erst nach Abschluss der Tour zu besichtigen, so, dass wir die Strecke von San Diego nach Tijuana (Mexico) in einem Tag meistern konnten. Um durch den Stadtverkehr zu kommen, hält man sich am besten in Küstennähe auf um so keine Orientierungslosigkeit aufkommen zu lassen. Um die Stadt zu durchqueren passierten wir etliche Hügel, ähnlich wie San Francisco... Hat man einmal die Hochhäuser hinter sich gelassen fährt man bis an die Grenze zu Mexico inmitten der Industrie. So viele Autogeschäfte auf einem Haufen haben wir wirklich noch nie gesehen!
Die Strecke von San Diego bis zur Grenze wurde von uns gänzlich unterschätzt. Die ausgerechneten Kilometer stimmten überhaupt nicht mit der schlussendlich gemachten Strecke überein.
Um dann nach Mexico zu kommen, mussten wir leider von der Hauptstrasse weg um den öfentlichen Weg der Fussgänger zu nehmen. Somit konnten wir beim Grenzübergang kein schönes Foto mit uns zwei und den Velos machen.


Vor der Grenze zu Mexico.
Die Velotour ist nun hier in Tijuana beendet, nach 3700 Kilometer Velofahrt, Erlebnissen und Ereignissen die uns das Leben lang bleiben, verabschieden wir uns von der Westküste Amerikas!


An einem der vielen Taco – Ständen in Tijuana, Mexico :-))
Fazit:
- Als Richtwert: Mit 300 USD/Woche und zwei Personen kommt man auf der Velotour gut durch (Wenn man nicht heikel ist).
- Die Route 1 mag für Autos eine wunderschöne Abwechslung zur Autobahn sein. Für Velofahrer jedoch ist die Strecke auf Grund der vielen Autos von Touristen und den engen Bergstrassen nicht immer mit Sorglosigkeit zu verbinden. Das soll einen aber nicht aufhalten.
- Im Normalfall bläst der Wind an der US Westküste von Nord nach Süd und vormittags ist meist der Nebel dominierend. Dieser löst sich gegen Nachmittag in der Regel aber auf.
Wir haben aber auf der Tour gemerkt, dass diese Regeln nicht immer der Tatsache entsprechen. Ein Freund in LA hat uns dies auch bestätigt.
- Die Strecke ist im Allgemeinen sehr Hügelig und es gibt im Vergleich zu der Schweiz sehr, sehr wenige Velostreifen. Meistens fährt man auf dem Pannenstreifen.
- Im Norden Amerikas sind die Einheimischen sehr freundlich und extrem hilfsbereit. Gegen Süden nimmt dies zunehmend ab.
- Im Allgemeinen sind die ganze Westküste und wahrscheinlich auch der Rest der USA, sehr schlecht beschildert. Nicht zu selten erscheint es einem auch falsch. Zu allem Übel gibt es zum Teil dort Veloschilder wo es gar keine braucht!
- Auf der ganzen Strecke gibt es sehr viele Gaststätten und Möglichkeiten den Wasservorrat aufzubessern. Auf der Tour haben wir uns in der Regel von dunklem Toastbrot, Pasta, Trockenfrüchte, Cheddar-Käse, Nüssen, Schokolade und Wasser ernährt. Damit fährt man sehr gut und es würde nicht mehr brauchen.
- Für die durchschnittlich 5 – 10 Dollar/Person hat man auf den Campingplätzen meistens eine Dusche, WC und Trinkwasser zur Verfügung. Genügend Platz für ein Zelt ist auch immer vorhanden.
- Es lohnt sich auf jeden Fall sich gut zu überlegen welches Equipment man braucht und auf was man verzichten kann. Es ist auch zu empfehlen beim Kauf nicht zu fest auf den Preis zu achten. Wir hatten sehr gutes Equipment und hatten absolut nie ein Problem. Wir schätzten es sehr, dass wir auf der Tour nichts von unserem Material zusammenflicken oder ersetzen mussten.
- Wir haben unsere Tour im Allgemeinen auf spontaner Basis geplant und durchgeführt. Das heisst, wir haben ausser einfachen Strassenkarten und einer gegebenen Richtung keine konkrete Routenplanung gemacht. Das führt einem natürlich unausweichlich in Sackgassen. Wenn man dies verhindern will, haben wir hier einige Buchtipps:
http://www.adventurecycling.org/ Die Adventure Cycling Association hat gute Bikeführer der Westküste von Kanada bis Mexiko und noch vieles mehr.
Bicycling the Pacific Coast: A Complete Route Guide, Canada to Mexico von Vicky Spring und Tom KirKendall von Mountaineers Books, Ausgabe 2005
Dieses Buch beinhaltet genaue Streckenführer aber auch viele Tipps zu Sehenswürdigkeiten Alternative Routen.
Unsere Route:
Größere Kartenansicht
|
|
|
|
 |
|
|
|
 |
| 0 Produkte |
 |
|
|
 |
Anmeldung |
 |
|
 |
Währungen |
 |
|
 |
Informationen |
 |
|
 |
Wir akzeptieren Kreditkarten |
 |
|
 |
Werbung |
 |
|
|